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Ein fruchtbetonter Rotwein aus dem Douro mit Aromen dunkler Beeren und feinen Holznuancen. Kraftvoll, harmonisch und ideal zu würzigen Fleischgerichten oder Käse.
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Ein aromatischer Douro‑Rotwein mit intensiven Noten roter und schwarzer Früchte sowie feinen Gewürzakzenten. Ausgewogen, strukturiert und mit elegantem Abgang – vielseitig zu Fleisch, Pasta und Käse.
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Wer denkt, Brasilien wäre alleiniger Meister im Karnevalsreigen, kennt Portugals karnevalistische Vielfalt nicht, und deswegen lade ich dich ein, mir auf die Fährte der närrischen Tage zu folgen.
Jeder passionierte Karnevalist träumt davon, einmal in seinem Leben im »Sambadrome Marquês de Sapucaí« von Rio de Janeiro zu tanzen, bis die Hüfte ächzt, oder in barocke Roben verkleidet und mit exquisiter Maske unter aufgetürmter Perücke im Karneval von Venedig durch die romantische Stadt zu flanieren. Was einst dem heidnischen, später religiös begründeten Abschied von der Versuchung der Völlerei und Fleischeslust galt, und die 40-tägige Fastenzeit eingeläutet hat, wandelte sich im vergangenen Jahrhundert allmählich zu einem mehrtägigen Kostümball mit Fest-Marathon, der Vorsatz auf Verzicht wurde modernisiert: Das Auto bleibt stehen, man verbringt mehr Zeit mit der Familie, benutzt das Handy seltener zum Zeitvertreib.
Und wie feiern Portugiesen ihren »Carnaval«? Mit Allem, sage ich salopp. Der erste Karnevalsumzug findet in Lissabon bereits eine Woche vor Rosenmontag statt, wenn die »Königliche Gesellschaft« aus Torres Vedras nach Lissabon reist, um dem neuzeitlichen »Herrscher» - dem Bürgermeister - in der Kapitale, mit etwa eintausend kostümierten Filierenden ihre Aufwartung zu machen. Der traditionelle Kostümcode »Barock« sorgt natürlich für faszinierende Schaulust, denn inmitten der nostalgischen Kulisse Lissabons mit Arkaden, Denkmälern und Prachtpalais am Terreiro de Paço am Tejo, kannst du dich tatsächlich in die barock anmutende Karnevalsstimmung von Venedig versetzt fühlen, besonders bei der alljährlich wiederkehrenden „Krönung“ des Bürgermeisters, in diesem Jahr zum »Conde dos Unicórnios«, zum Graf der Einhörner. Nach dem Umzug durch die Unterstadt vom Prachtplatz Rossio zum Prachtkarree an den Ministerien, reist die Gesellschaft ab und tritt eine Woche später zum offiziellen Karneval in Torres Vedras wieder auf. Lissabon bläst zum Karnevalsbeginn am Samstag vor Rosenmontag. Die Haupt-Verkehrsaorta im Zentrum »Avenida da Liberdade«, wird gesperrt. Du stehst Spalier und winkst den Karnevalisten auf den Wagen zu.

In der Algarve im Süden Portugals toben die Narren legendär durch die Kreisstadt Loulé im Hinterland, wo der ansässige Karnevalsverein auf 110 Jahre Bestehen zurückblickt. Berühmt ist Loulé vor allem für sein „fahrendes Sambadrome“. Auf einem in den brasilianischem Nationalfarben grün und gelb geschmücktem Wagen feuern Samba-Tänzerinnen und Tänzer mit perfektem Samba-Hüftschwung, kunstvoller Körperbemalung, Glitzerkostümen mit reichlich Strassbesatz, Federschmuck und charmantem Lächeln, die Zuschauer bei winterlichen Temperaturen zum Mittanzen an. Gefolgt von Trachtenzug und Blaskapelle, und kostümierten Stelzenläufern. Nirgends sonst flattern mehr dekorativ gefaltete Blattfächer im Fahrtwind als in Loulé. Über hunderttausend sollen es sein, verkündet die Gesellschaft stolz.
Dörflicher aber nicht minder aufwendig geht es an Karneval in der Nähe von Lagos in der westlich gelegenen Algarve Küste in Odiáxere zu. Samstagnachmittag schlägt am Fuß des Wahrzeichens des Ortes an der Windmühle eine Pauke zum Auftakt zu Umzug, Kinderkarneval und Karnevalsball. Das Fest zur Austreibung böser Geister zieht sich über vier Tage hinweg bis Fastnachtdienstag. Am Abend sorgt jeweils eine andere Band für die richtige Stimmung und Tanzlaune. Berühmt ist der Karneval von Odiáxere für seine akrobatischen Tanzeinlagen, die alle Jahre wieder einer anderen Musik und Choreographie folgen, und damit auch junge Mädchen und Frauen im örtlichen Folkloreverein zum Mitmachen animieren, die Tradition aufrechtzuhalten.

In der Hafenmetropole am Douro in Porto findet Karneval auf der Straße statt, aber noch mehr auf Ballnächten. Die Auswahl ist groß und bist du ein Karnevalsfan, gehst du am besten Karneval-Hopping: In Vila Nova de Gaia findest du im »Armazém« Einlass zum Karneval-Clubbing. In der futuristisch anmutenden »Rosa Mota Arena« von Porto lädt ein Orchester zum Tanzball ein.
In der Wein-Welt »WOW« erwartet dich »Carnavrau“ mit Samba in Porto. Im Fußballstadium der Dragons von Porto findet der größte Kinder-Karneval statt. Im Luxushotel »Yeatman« lebt der Karneval in Venedig auf und in Matosinhos tobt der Karnevalsumzug durch die Straßen der Hafenstadt am Meer. Kurzum, an beiden Ufern des Douro frönt man der närrischen Zeit bis zum Zapfenstreich an Aschermittwoch.
Du suchst noch nach einem außergewöhnlichen, gar einzigartigen Karnevalsabenteuer? Dann lade ich dich nach Bragança ein in ein kleines verschlafenes Bergdörfchen im nordöstlichsten Distrikt Portugals. Dort, wo die Herzöge von Bragança, die Nachkommen der letzten Königsfamilie von Portugal residieren, befindet sich weitabgelegen in den Bergen eine Gemeinde, wo du urigsten Karneval in heidnischer Manier erlebst: In Podence geht der »Chocalheiro« um. Der was? fragst du. Der »Glöckner von Podence«.
(Foto: Wikipedia, Catrin Ponciano)
Aber der Reihe nach. »Chocalhos« sind portugiesische, speziell von Hand geschmiedete Weidetierglocken, die den Leittieren im Gelände umgehängt, dem Hirten läuten, wohin sie laufen. Jeder »Chocalho« scheppert anders. Angeschlagen wird der länglich geformte Hohlkörper von einem Dengel aus Stecheichenholz. Der sogenannte »Chocalheiro« ist eine Figur aus dem portugiesischen Legendenfundus, der Mädchen nachstellt und sie „anbimmelt“. So war es zumindest früher üblich, wenn junge Männer auf Brautschau gingen. Das Ganze geschieht maskiert und kostümiert. Der Glöckner trägt eine Grimasse als Maske, und einen kunterbunten federähnlichen Umhang aus gelb, grün und roten Wollfäden genäht, an dem Glöckchen hängen, die bei jedem Sprung kräftig bimmeln.
Mit ihrem Aufzug ziehen sie selbstverständlich die Aufmerksamkeit aller Mädchen auf sich und umschwärmen diese zunächst unerkannt hinter der Maske. Signalisiert das Mädchen Interesse, bimmelt der Anwerber kräftig und nimmt die Maske ab. Dieser heidnische, vermutlich einst heidnische Fruchtbarkeitsbrauch wurde, so ist es zumindest überliefert, bereits früher zur Karnevalszeit zelebriert, und seit Karneval in Portugal landauf landab nicht mehr nur unter religiösen sondern auch gesellig belustigenden Aspekt gefeiert wird, lässt die Gemeinde Podence den Glöckchen Tanz der »Chocalheiros« alljährlich wieder aufleben. Das Bimmeln aus den Bergen von Bragança blieb nicht ungehört. Abgesehen von abertausenden Karnevalsliebhabern, die dem Spektakel beiwohnen, bis eine als »Chocalheiro« verkleidete meterhohe Strohpuppe an Aschemittwoch auf dem Dorfplatz begleitet von allgemeinem Jubel verbrannt wird, wurden die »Caretos de Podence«, die Grimassen Träger von Podence, wie sich die umherhüpfenden Glöckner selbst nennen, im Jahre 2019 in die UNESCO Liste der immateriellen Weltkulturerbe Güter aufgenommen.
Das Gebimmel, die Magie, das Brauchtum, machen Appetit. Damit du kräftig mitfeiern, jubeln, und tanzen kannst, empfehle ich ein stärkendes Mahl: »Iscas - Leber nach Alentejanischer Art zubereitet (Rezept von Randolph Kroening) - und dazu einen Roten aus Hinter den Bergen der Quinta dos Castelares. Na dann, Helau, alle Geister raus!
Die ersten Frühlingsboten in Portugal heißen Mandelblüte und Wollmispel. Noch stehen die Reben nackt in Reih und Glied, doch auf den Weingütern herrscht emsiges Treiben, Stöcke wollen gepflegt werden, und Wein der letzten Lese abgefüllt…» (erscheint am 01. März 2024)

Leber im Alentejo-Stil mit Arroz com Cebola Queimada e Alho
(Reis mit “verbrannten” Zwiebeln und Knoblauch)
Zutaten:
Vorbereitung

Zubereitung
Wegen der etwas längeren Garzeit zunächst den Reis ansetzen:
Jetzt die Leber:
Normalerweise wird die Soße nicht mitserviert, wer das trotzdem möchte, sollte eventuell 2 TL Maisstärke mit 2 TL Wasser mischen und hinzugeben, um die etwas einzudicken.
Wir bedanken uns bei Randolph Kroening ganz herzlich für sein Gastrezept für diesen Blogbeitrag!
(Fotos: Canva,123rf, Wikipedia, Randolph Kroening, Catrin Ponciano)
Olá, ich bin Catrin Ponciano. Portugal ist meine Wahlheimat seit 1999. Bis 2006 war ich Küchenchefin, dann habe ich in Portugal das Messer gegen einen Stift als Werkzeug getauscht. Seither veröffentliche ich redaktionelle Beiträge und Blogs über Portugals Kultur, Geschichte, Politik, über Land und Leute, über Kulturerbe, Musik und Kunst, und über allerfeinste Speisen, Märkte, Weine, und Liköre. Als Schriftstellerin publiziere ich literarische Reisebücher, Essays, und Kriminalromane am Schauplatz Portugal. Als Kulturvermittlerin begleite ich Bildungsreisen, Journalistenreisen und TV-Drehteams. Wer mehr über mich erfahren möchte, schaut und liest hier weiter: www.catringeorge.com
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Entdecke die literarische Welt des portugiesischen Bauernweins »Vinho do Saloio«. Tauche ein in die Geschichte und die Verbindung zu berühmten Schriftstellern wie Charles Dickens, Lord Byron und William Shakespeare. Erfahre mehr über die Weinanbauregion Bucelas und den einzigartigen »Arinto«-Wein. Lass dich von den Aktivitäten in der Umgebung inspirieren und genieße die regionale Küche mit köstlichen Spezialitäten wie dem portugiesischen Gazpacho »Arjamolho«. Begleitet von einem kühlen Glas »Soalheiro Rosé« wird der Artikel zu einer literarisch-kulinarischen Reise durch Portugal.
Das Dorf »Fernando Pó« erreichst du wunderbar mit dem Zug. (Donnerstags und samstags mit dem eigens bereitgestellten IC-Intercidade vom Bahnhof Lissabon-Orient) Bereits auf der Fahrt vom Orientbahnhof quer durch Lissabon, über die legendäre 25. April-Brücke über den Tejo gen Süden weiter Richtung Setúbal bis zu dem Behelfsbahnhof, »Apeadeiro Fernando Pó« dringst du vor in die Tiefebene an der Sado-Mündung, bedeckt mit Rebstöcken, Schirmpinien und Korkeichen, soweit das Auge reicht.
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© Bildrechte der Weingutsfotos: jeweilige Weingüter.
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